Ab wann ist man eigentlich eine "richtige" Mama?

Montag, 13. März 2017



Diese und so viele weitere Fragen stelle ich mir, seit unser Noah bei den Engeln ist.
Oft erwische ich mich dabei, wie ich daran zweifle, ob man mich überhaupt eine "richtige" Mutter nennen kann. Ich habe kein Kind an meiner Hand, keinerlei Erfahrungen im Windelwechseln, Auas pusten oder Flugzeuglöffel beim Essen fliegen lassen. Und doch gibt es Noah, tief in meinem Herzen.

Ich ertappe mich dabei, wie ich anderen Mamas auf Instagram irgendwelche "Mamatipps" geben möchte. Steht mir so etwas überhaupt zu, wenn ich doch im Grunde keine Ahnung von alldem habe?
Wenn ich in meinem Leben keine Kinderträne trocknen durfte, keine Kindergartenbrote schmieren darf und keine Ahnung von Schüben habe?
Immer wieder kommt die Angst, schräg angeschaut zu werden oder dass Leute sich denken "Du hast doch keine Ahnung, du bist doch keine Mutter." und im Endeffekt ist es ja so, ich dürfte auf keiner Veranstaltung der Welt mit am Mamatisch sitzen und über mein Kind reden.

Es ist immer noch wahnsinnig schwierig für mich, wirklich offen über Noah zu reden und wenn ich gefragt werde, ob wir schon Kinder haben oder an Kinder denken, sage ich auch heute noch jedes Mal nein. Auch seit meine Schwester gestorben ist, antworte ich so, wenn man mich fragt, ob ich noch Geschwister habe. Es ist schwierig zu sagen "Ja, ich habe ein Kind aber es ist gestorben." oder "Ja, ich habe noch eine Schwester aber sie ist tot."
Ich möchte mein Gegenüber nicht in eine unangenehme Situation bringen und degradiere somit meinen Status als Mutter und Schwester immer wieder. Stufe um Stufe.
Vielleicht zweifle ich gerade deshalb so sehr daran, ob ich wirklich eine "richtige" Mutter bin.

Wie sind eure Erfahrungen?
Ab wann ist man in euren Augen eine "richtige" Mutter?
Ab dem Tag, an dem man ein Kind in sich trägt oder erst ab dem Tag an dem es (lebend) geboren ist?
Gerne würde ich dazu auch Meinungen von Nicht-Sternenmamas hören. Wie geht ihr mit Sternenmamas um, sind sie in euren Augen vollwertige Mamas und dürfen am Mamatisch sitzen und mitreden oder ist das für euch schwierig, da die Erfahrung nun mal nicht da ist?

mothers hold their childrens hands for a while..
their hearts forever. 
 
Mein Leben mit ohne Noah - nicht in meinem Haus und trotzdem immer bei mir. ♥ 

Kommentare:

  1. Ein wirklich berührender Beitrag. Ich bin keine Mutter, aber ich finde du solltest dich selbst Mutter nennen können, wenn du dich wie eine fühlst. Auch wenn andere Supermütter vielleicht anderer Meinung sein könnten, zählt im Endeffekt doch nur das, was dir dein Herz sagt. Dass du Noah ganz tief in deinem Herzen immer mit dir trägst, stellt dich in meinen Augen als richtige Mutter dar:)

    Dein Verlust tut mir unendlich leid und ich wünsche dir ganz viel Kraft, um weiterhin so stark zu bleiben!

    Liebste Grüße
    Gilda

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    1. Vielen vielen Dank für dein Kommentar, liebe Gilda!
      Es bedeutet mir unendlich viel, dass du mein Kind beim Namen nennst, danke dafür. ♥

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  2. man ist keine richtige mutter, weil man windeln wechselt oder brote für den kindergarten schmiert. man ist eine richtige mutter, wenn man diese unvergleichliche liebe zum eigenen kind gespürt hat. dabei ist es völlig egal, ob dieses kind jemals das glück hatte, das licht der welt zu erblicken. es spielt keine rolle, ob man sein schreien oder sein lachen gehört hat, ob man in seine augen blicken durfte oder jemals die weiche haut gespürt hat. alles was zählt ist das gefühl. ich weiß, wie sehr du noah liebst und dass du alles für ihn getan hättest. ich weiß auch, dass noah sich keine bessere mama hätte wünschen können. diese einzigartige liebe macht dich zu einer richtigen mutter.

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    1. Du findest jedes Mal die perfekten Worte, bei denen ich in Tränen ausbrechen könnte. Danke. Danke danke danke. ♥

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  3. Natürlich bist du eine Mutter! Du hast Noah viele Wochen in deinem Bauch getragen....du warst auf das Engste mit ihm verbunden und DIESES Band kann nichts trennen.

    Ich habe 3 Kinder....und du hast es mit deinen Texten geschafft, dass ich endlich mal wieder die Dankbarkeit spüre, die im Alltagsstress zu oft untergeht.

    Dafür sage ich Danke...von Mama zu Mama!

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    1. Deine Worte rühren mich gerade sehr.
      Vielen vielen lieben Dank dafür. ♥

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